Meine Kinder- und Jugendwelt war geprägt von den Gegensätzen der Nachkriegszeit: Zerstörung und Wiederaufbau, Armut und beginnendes "Wirtschaftswunder", Erziehung nach alten preußischen Tugenden und Flower-Power-Ära, Beatles, Rock'n Roll und 68er Bewegung.
Träume und Pflichterfüllung schienen unvereinbare Gegensätze zu sein. Schon als Kind begann ich, unterstützt durch meinen Vater, mir neben der leistungsorientierten Welt eine eigene Welt der Märchen und Sagen zu schaffen. Zeichnen und Malen wurden zu meinem Ausdrucksmittel dieser Welt.
Nach dem Abitur verbot der Vater allerdings das angestrebte Kunststudium als "brotlose Kunst".
So wurde ich "ordentliche" Lehrerin für Mathematik und Kunsterziehung.
Aber es fehlte etwas - ich begann eine private künstlerische Ausbildung. Neben meiner Lehrtätigkeit wandte ich mich zunehmend mehr der Malerei zu. Erste Ausstellungen, gefördert durch meinen Lehrer Steneberg, wurden zum Erfolg und bestärkten mich.
Daneben reizte mich die Welt des Theaters, in der ich Rollen spielen konnte, die meiner Erziehung widersprachen.
Als mein Sohn erwachsen war, verließ ich den Schuldienst, um mir in Köln, meiner Vaterstadt, eine Existenz als freischaffende Künstlerin aufzubauen.
Meine Techniken sind Kohle-, Farbstift-, Pastell- und Ölkreidezeichnungen, Aquarelle auf Papier und Seide, Acryl, Tuscharbeiten.
Aus der "Samt- und Seidenstadt Krefeld" stammend, entwerfe ich darüber hinaus aquarellierte Seidenmode als Unikate.
Ausgehend von der Beschäftigung mit der Darstellung "äußerer Wirklichkeit" - Landschaften, Blumen, Stilleben, Akte, Tiere - lasse ich mich durch diese realistischen Arbeiten immer wieder dazu inspirieren, mit den Mitteln der gegenständlichen Malerei "innere Realitäten" - Gefühle, Seinszustände, Konflikte, Bedrohungen... - deutlich zu machen, wobei sich diese dem Betrachter nicht immer auf den ersten Blick erschließen sollen. So wird aus der Hinterhofecke einer verlassenen Fabrik ein "Seelenwinkel", aus dem federleichten Spitzensommerhut die touristische Bedrohung einer Mittelmeerinsel usw...
Die Verknüpfung von Realem und Surrealem ermöglicht es, mir die innere Welt zu schaffen, die ich mein eigen nennen kann, die reicher und komprimierter ist als die Aussenwelt.